Ein Bühnenmonitor, auch Wedge genannt, ist ein keilförmiger Lautsprecher, der auf der Bühne steht und dem Musiker einen eigenen Mix aus Gesang, Instrumenten und Click zuspielt. So hört er sich selbst und die Band sauber, obwohl die Haupt-PA nach vorn ins Publikum strahlt.
Ohne funktionierendes Monitoring verliert eine Band schnell den Faden: Der Sänger trifft die eigene Tonhöhe nicht mehr sauber, das Timing der ganzen Band beginnt zu wackeln. Dieser Guide zeigt, welche Wedge-Größe zu welcher Bühne passt, wie du Monitore richtig aufstellst und wie du Rückkopplungen von vornherein vermeidest.
Warum Bühnenmonitore wichtig sind
Vor der PA hört die Band fast nichts, weil die Tops nach vorn ins Publikum strahlen. Monitore drehen den Sound zurück auf die Bühne. So bleiben Gesang, Timing und Tonhöhe stabil.

Wedges sind die klassische Lösung. Wer eine leisere Bühne will, kombiniert sie mit oder ersetzt sie durch In-Ear-Monitoring. Die Mixe für beide kommen aus den Aux-Wegen des Pults, wie die Mischpult-Grundlagen im Detail zeigen.
Aktiv oder passiv, welche Größe?
| Typ | Eigenschaft | Geeignet für |
|---|---|---|
| 10-Zoll-Wedge | kompakt, leicht | kleine Bühnen, Gesang |
| 12-Zoll-Wedge | guter Allrounder | die meisten Bands |
| 15-Zoll-Wedge | mehr Pegel und Bass | laute Bühnen, Drummer |
Wie bei der PA-Anlage gilt hier dieselbe Grundsatzfrage: aktiv oder passiv. Aktive Wedges haben die Endstufe eingebaut und stehen in Minuten, passive Wedges brauchen eine externe Endstufe, lassen sich dafür aber freier kombinieren. Mehr dazu im Vergleich Aktiv- gegen Passivboxen.
Wie viele Monitore und welche Mixe?
Im Idealfall bekommt jede Position einen eigenen Monitorweg: Der Sänger braucht vor allem seine Stimme, der Schlagzeuger Bass und Click, der Gitarrist sich selbst und etwas Gesang. Je gezielter du mischst, desto weniger Pegel ist nötig und desto sauberer bleibt die Bühne. Kleine Bands teilen sich oft zwei bis drei Wedges, größere Setups nutzen pro Musiker einen Weg. Wichtig ist, nur das in den Monitor zu legen, was die Person wirklich zum Spielen braucht: Jeder zusätzliche Kanal erhöht Lautstärke und Rückkopplungsgefahr.
Rückkopplungen vermeiden
Monitore strahlen zum Musiker, das Mikrofon zeigt in die Gegenrichtung, sodass die Schallquelle hinter dem Mikrofon steht. Wird ein Monitor zu laut, pfeift es, vor allem bei Kondensatormikrofonen und empfindlichen Gesangsmikrofonen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV, 2023) warnt vor dauerhaften Pegeln über 85 Dezibel; laute Monitore tragen stark dazu bei. Eine WHO-Erhebung (2022) zeigt, dass viele Hörschäden durch zu hohe Lautstärke vermeidbar wären.
Monitore richtig aufstellen
- Wedge schräg vor den Musiker, Strahlrichtung zum Ohr.
- Mikrofon so drehen, dass die Rückseite zum Monitor zeigt.
- Nur das in den Monitor mischen, was der Musiker wirklich braucht.
- Pegel langsam erhöhen, bis es trägt, aber nicht pfeift.
- Problemfrequenzen am EQ des Monitorwegs absenken.
Der Branchenverband NAMM beobachtete 2023 einen stabilen Wachstumsmarkt für aktive Beschallungstechnik, Monitore eingeschlossen, weil immer mehr Bands eigene Technik anschaffen statt sie zu mieten. Wie Monitore in die gesamte Signalkette passen, zeigt der PA-Anlagen-Guide.
Häufige Fragen
Wie viele Monitore brauche ich?
Im Idealfall einen pro Musiker oder Position. Kleine Bands kommen oft mit zwei bis drei Wedges aus.
Aktiv- oder Passiv-Wedge?
Aktive Wedges sind schneller aufgebaut und brauchen keine externe Endstufe. Passive sind flexibler kombinierbar.
Warum pfeift mein Monitor?
Meist ist er zu laut oder das Mikrofon zeigt direkt hinein. Pegel senken und Mikrofonausrichtung korrigieren hilft.
Wedge oder In-Ear?
Wedges sind robust und einfach, In-Ear leiser und individueller. Viele Bands kombinieren beides je nach Position.
Welche Größe ist die beste?
Eine 12-Zoll-Wedge ist der vielseitigste Allrounder. Für Druck am Schlagzeug lohnt sich oft 15 Zoll.
Fazit
Bühnenmonitore entscheiden oft mehr über einen sauberen Auftritt als die teuerste PA-Anlage. Teste dein Monitoring deshalb nicht erst beim Soundcheck vor Publikum, sondern schon im Proberaum, wo sich Pegel und Mixe in Ruhe einstellen lassen. Wer die Größe zur Bühne passt, die Wedges richtig ausrichtet und nur das Nötige in den Monitorweg mischt, bekommt ein stabiles Timing ohne pfeifende Rückkopplungen.

